erstellt am 24. Dezember 2009 von Steffen Zimmermann
Merken Sie was? … Heute ist der 24. Dezember … Na, machts klick? … Na, jetzt aber … Heute ist Heiligabend!
Das hat ein paar heftige Konsequenzen:
- Wer jetzt noch nicht alle Geschenke beisammen hat, hat ein dickes Problem (die Geschäfte sind heute nur noch bis maximal 14 Uhr geöffnet).
- Wer beim Blick in den Kühlschrank feststellt, dass er das Käsefondue für das festliche Weihnachtsessen vergessen hat, hat auch ein dickes Problem.
- Und das schlimmste: Dieser Blog haucht heute sein Leben aus. Was aber ja eigentlich auch ganz logisch ist, schließlich handelt es sich hier um einen Adventsblog.
Allerdings: Irgendwie hat unsere Redaktion in den vergangenen 24 Tagen Blut geleckt. Um sie also schon mal vorzuwarnen: Wir haben fest vor, so bald wie möglich weiter zu bloggen - im neuen Jahr, wenn sich der ganze Weihnachts- und Silvester-Trubel gelegt hat. Mal sehen, ob wir’s schaffen. Seien Sie also gespannt und vor allem: Bleiben Sie uns treu!
Für heute wünschen wir Ihnen alles Gute, gesegte Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2010! Und damit Sie jetzt, so kurz vor dem Fest, schon mal in die richtige Stimmung kommen, klicken Sie bitte hier.
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Steffen Zimmermann
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erstellt am 23. Dezember 2009 von Steffen Zimmermann
Vor einigen Jahren war ich zu Besuch im Pariser Louvre – also dort, wo das berühmteste Gemälde der Welt, die Mona Lisa, hängt.
Warum ich Ihnen das erzähle? Nun, jedes Jahr am 23. Dezember muss ich an diesen Besuch im Louvre zurückdenken. Denn natürlich habe ich mir dort auch die Mona Lisa angeschaut und bei der Gelegenheit festgestellt, dass im selben Saal mit dem Meisterwerk von Leonardo da Vinci noch diverse andere Gemälde hängen.
Irgendwie taten mir diese Bilder spontan leid. Alle Welt – und während meines Besuchs war wirklich alle Welt im Louvre – will nur die verdammte Mona Lisa sehen und die sicher ebenfalls sehr wertvollen Gemälde in unmittelbarer Nachbarschaft werden schnöde ignoriert.
Horden von Touristen strömen Tag für Tag auf direktem Weg vom Eingang zur Mona Lisa, machen – klick, klick, klick – ein paar Fotos und verschwinden danach genauso schnell wieder Richtung Ausgang. Andere Kunstwerke? Im Louvre? War da was? Mein Eindruck: Vor allem die Gemälde in unmittelbarer Nähe zur Mona Lisa leiden unter mangelnder Aufmerksamkeit – und das, obwohl sie theoretisch den besten Platz, nämlich direkt neben dem berühmtesten Gemälde der Welt, haben.
Mit dem 23. Dezember ist es irgendwie genauso: Theoretisch hat dieser Tag unmittelbar vor Weihnachten einen verdammt guten Platz im Kalender. Und doch leidet er unter mangelnder Zuneigung. Ich jedenfalls kenne niemanden, der den 23. Dezember mag. Eigentlich verbindet jeder mit diesem Datum vor allem Stress. Ob es nun die Jagd nach den letzten Weihnachtsgeschenken, das Schmücken des Weihnachtsbaums oder irgendetwas anderes ist: Am 23.12. ist meist richtig Druck.
Besonders leid tun mir immer Menschen, die an diesem Tag auch noch Geburtstag haben. Zwischen vorweihnachtlich genervten Verwandten, auf dem Boden verstreuten Krippe-Figuren und anderem Kirmes seinen Ehrentag feiern zu müssen, ist kein Vergnügen. Das hätten die Eltern doch wirklich anders einrichten können…
Aber wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht schaffen Sie oder ich es heute doch einmal, dem Tag vor Heiligabend den gebührenden Respekt entgegen zu bringen und ihn in Würde und voller Besinnlichkeit zu feiern. Verdient hätte er es auf jeden Fall!
P.S.: Wie die Bilder neben der Mona Lisa heißen und wer sie gemalt hat weiß ich natürlich auch nicht. Auch ich habe nur auf Leonardos Meisterwerk geglotzt…
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Steffen Zimmermann
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erstellt am 18. Dezember 2009 von Jens Wiesner
Damit das Christkind in aller Ruhe unseren Tannenbaum schmücken und die Geschenke drapieren konnte, wurde an Heiligabend die Tür zu unserem Wohnzimmer verschlossen. Schließlich – so hatte ich gelernt – gehört das blondgelockte Kindchen im weißen Nachthemd zu den eher scheuen Wesen dieser Welt. Nur ein kurzer Blick und es wäre, huschhusch, wieder aus der Tür geflattert – und unser Weihnachtsfest ins Wasser gefallen!
Für mich kleinen Dreikäsehoch verband sich mit der christkindschen Schüchternheit ein ganz anderes Problem. In eben jenem Wohnzimmer befand sich nämlich unser einziger Fernseher. Und wie, bitteschön, sollte man die Wartezeit auf den Geschenkeregen möglichst schnell herumkriegen, wenn nicht vor der Flimmerkiste? In meiner Verzweiflung bekniete ich meine Eltern – erst gemeinsam, dann wechselte ich die Taktik, passte Vater und Mutter einzeln ab und versuchte, einen Keil in die fernsehfeindliche Einheitsfront zu treiben. Ja, es flossen sogar Tränchen. Doch alles Flehen und Betteln war umsonst: Die Tür blieb zu!
Ich gebe zu, als ich zum letzten verzweifelten Überredungsversuch in die Küche schlich, war mein Widerstand schon gebrochen. Doch das ständiges Herumwuseln meinerseits hatte meine Eltern in Sorge versetzt: Wie sollten sie nur die Geschenke und den Christbaumschmuck an ihrem rockzipfeligen Sohn vorbeischmuggeln? Also hielten die beiden Kriegsrat in der Küche. Und ich stand hinter dem Türrahmen und lauschte mit, als die große Bombe platzte:
Das Christkind – nur eine infame Ausgeburt der Fantasie? Eine große Verschwörung von Millionen Eltern, um Kinder zumindest am Heiligabend noch vorm Viereckigeaugenkriegen zu bewahren? Meine Erschütterung über diesen Vertrauensverlust sondergleichen prasselte ungefiltert auf meine Eltern nieder. Wie konnten sie nur? Ihren einzigen Sohn!
Aber nun, fast ein Vierteljahrhundert später, ist es an der Zeit, das Geheimnis zu lüften: Meine grenzenlose Enttäuschung, meine Tränen – alles nur gespielt, um doch noch mein eigentliches Ziel zu erreichen: Denn wenn das Christkind nicht existierte, welcher Grund hielt meine Eltern dann noch davon ab, die Wohnzimmertüre geschlossen und den Fernseher ausgeschaltet zu halten?
Als dann die ersten Minuten von “Pan Tau” über den Bildschirm geflimmert waren – und ich mir sicher sein konnte, dass niemand guckte – stellte ich das Schluchzen ein und gönnte mir ein kurzes, siegesbewusstes Grinsen.
Sie sehen: Ich war schon immer pragmatisch veranlagt. Und “Pan Tau” (hier ein Youtube-Video des Vorspanns) gehört bis heute zu meinen liebsten Kindheitsweihnachtserinnerungen.
Und nun zu Ihnen… Welchen Film, welche TV-Serie verbinden Sie mit Weihnachten? Sissi? Die Muppets-Weihnachtsgeschichte? Drei Haselnüsse für Aschenbrödel? Oder gehören Sie etwa zur marginalen Minderheit der Deutschen, die an den Weihnachtsfeiertagen dem klassischen Rat des Dauerbauwagenbewohners Peter Lustig folgen und tatsächlich “Abschalten!”? Ich bin gespannt…
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Jens Wiesner
Tags: Abschalten, Christkind, Fernsehen, Fernsehverbot, Glotze, Muppets-Weihnachtsgeschichte, Pan Tau, Sissi, TV, Verbot, Weihnachten, Wohnzimmer
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erstellt am 16. Dezember 2009 von Janina Mogendorf
Kennt ihr diese runden Lebkuchen? Die, die immer in drei unterschiedlichen Sorten in der Packung liegen: Zuckerguss, Schoko und Langweilig. Die ersten beiden Sorten inhaliere ich quasi aus dem Stand, die andere darf mein Freund essen.
Ich liebe diese Dinger – nicht nur die runden, sondern auch die in Stern- oder Brezelform. Und die Herzen mit der Marmelade drin. Yammi!
Etwa 130 Kalorien hat so ein durchschnittlicher Lebkuchen. Also einer! Aber ich meine, mal ehrlich, wer isst denn einen (!) Lebkuchen. Ich nicht! Ich hab gestern achteinhalb Lebkuchenbrezel mit Schokoglasur gegessen. Eigentlich wären es neun gewesen, aber einer lag nur halb in der Packung. Ich hab da Kollegin Leikam in Verdacht…
Okay, also acht mal 130 Kalorien (den halben lass ich mal unter den Tisch fallen). Dann noch sieben Marzipankartoffeln á 40 Kalorien (unfassbar, diese unscheinbaren, kleinen…), zweimal Blätterkrokant jeweils 90. Macht summa summarum äh – ich hol mal den Taschenrechner: 1.500 Kilokalorien. HA!!
Ich hab einen Tagesbedarf von etwa 2.000 Kalorien. Das heißt, wenn ich jetzt mal konsequent Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Brot und Käse weglasse, kann ich damit sogar abnehmen!!!
Die neue Lebkuchendiät: Ohne hungern bis Jahresende zur Traumfigur! In 40 Tagen über 20.000 Kalorien einsparen!! Das heißt, wenn man es so hält wie ich und erst nach Christkönig (22.11.) bis zum Ellenbogen im Supermarktregal für Weihnachtsplätzchen hängt. Schon im August Dominosteine zu essen, ist bei meiner Lebkuchendiät ganz klar verpönt!! Aber das ist ein anderes Thema.
Solltet ihr meine ultimative Lebkuchendiät ausprobieren, dann berichtet mir von euren Erfahrungen. Ach ja, und ich kann leider keine Verantwortung für etwaige Verdauungsprobleme, Mangelerscheinungen oder Zuckerphobien übernehmen!
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Janina Mogendorf
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erstellt am 15. Dezember 2009 von Gregory McKenzie Elson
Daran hat sich heute sogar auch Google erinnert und ehrt den Mann gemäß Google-Tradition mit eigenem Google-Logo, einer grünen Fahne statt dem „L“. Hä?
Wer ist Ludwik Łazarz Zamenhof? Naja unter diesem, seinem echten Namen, kennt ihn ja auch kaum jemand. Aber wie wäre es mit seinem Decknamen Dr. Esperanto (wörtlich ein Hoffender)? Da klingelt was, oder?
Unter diesem Decknamen veröffentlichte Zamenhof 1887 seine vom ihm entwickelte Plansprache mit dem einfachen Titel „Internationale Sprache“, die sehr bald nur unter dem Namen Esperanto bekannt war. Und deshalb auch die grüne Esperantoflagge bei Google.
Ich muss sagen, ich habe mich heute Morgen sehr gefreut, dass wir an diesem schönen 15. Dezember des runden Jubiläums des Esperanto-Erfinders gedenken können. Mich haben diese Plansprache und der mit ihr verbundene Idealismus immer schon fasziniert. Dank dieser Termin- konstellation habe ich nun einen offensichtlichen Grund ihn als Adventsthema zu verwenden.
Dabei hat die Entstehung dieser Hoffnung stiftenden Sprache ja fast schon biblischen Ursprung. Sozusagen als Umkehrung der babylonischen Sprachverwirrung nach dem gescheiterten Bauvorhaben des Turms zu Babel (Gen 11,1-9). Zamenhof war ein multilinguistischer Mensch: Russisch vom Vaters, Jiddisch von der Mutter, Deutsch, Polnisch und Französisch von der Straße und in der Schule dann Griechisch, Latein und Englisch. Außerdem muss er Hebräisch gut beherrscht haben, aus dem er später das Alte Testament ins Esperanto übersetzte. Mit diesem Wissen kannte Zamenhof auch die Begrenzungen der Sprache, Hürden in der Verständigung zwischen den Völkern. Aus diesem Grund machte er sich auf der zerstrittenen Menschheit eine neue, leicht zu erlernende Sprache zu schenken. Seine Hoffnung war es, dass Esperanto die Sprachenhürden überwindet und die Menschen so in einem neutralen Forum kommunizieren können.
Da ich diese Hoffnung teile, will ich in diesem Advent jeden dazu auffordern Esperanto zu lernen! Hier ein Link zum Deutschen Esperanto-Bund: http://www.esperanto.de/lehrbuch/index.html
Und um die Motivation zu steigern, noch die Information: Es soll Leute geben, die sich in dieser Sprache schon nach nur 5 Tagen (!!!) blendend unterhalten konnten.
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Gregory McKenzie Elson
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erstellt am 13. Dezember 2009 von Birgit Leikam
Mal ehrlich: Wer sich über Weihnachtslieder in der Adventszeit aufregt, hat den Christbaum nicht verdient! Im Gegensatz zu meinem geschätzten Kollegen Zimmermann vermiesen mir Weihnachts-Hits (ja Hits!) ganz und gar nicht die Vorfreude, sie heizen sie vielmehr richtig an.
Gestern war ich zum Beispiel im Baumarkt, ein tendenziell trotz aufwändiger Dekoration wenig feierlicher Ort. In der Sanitätsabteilung, dort, wo kein schunkelnder Weihnachtsmann oder blinkender Plastiktannenbaum an das bevorstehende Fest erinnern, schallten auf einmal die ersten vertrauten Glockenklänge von Do they know it’s christmas an mein Ohr. Dieses Lied versetzt mich augenblicklich in Weihnachtsstimmung und treibt mir selbst in der Toilettensitz-Abteilung die Tränen der Rührung in die Augen. Wer oder was vermag das sonst??? Eben.
Ich freue mich über So this is christmas im Supermarkt, tanze zum Rhythmus von Feliz Navidad durch die T-Shirt-Abteilung, fühle mit Chris Rea, wenn er Driving home for christmas singt, muss ich doch zum familiären Zusammentreffen unter dem Christbaum auch viele Kilometer zurücklegen und unterstütze summend in der Drogeriemarkt-Schlange Frank Sinatras Wunsch nach Schnee.
Und wenn ich den wohl meistgehassten, aber auch meistgeliebten Weihnachtshit gehört habe (selbst wenn das schon Anfang Novemer der Fall ist), am liebsten in trauter adventlicher Mädelsrunde, dann, ja dann, weiß ich: Weihnachten ist nicht mehr weit!
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Birgit Leikam
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erstellt am 11. Dezember 2009 von Steffen Zimmermann
Alle Jahre wieder: In Geschäften, auf Weihnachtsmärkten, ja sogar in Behörden – von überall her dudeln einem die unvermeindlichen, anscheinend nie tot zu kriegenden Weihnachts-”Hits” entgegen.
Ob Wham’s “Last Christmas”, Bing Crosby’s “White Christmas” oder “Do they know it’s christmas?” von Band Aid – ich kann und will diesen Quatsch ab sofort nicht mehr hören; er vermiest mir noch komplett meine Vorfreude auf Weihnachten. Deshalb überlege ich ernsthaft, ins österreichische Linz auszuwandern. Warum?
Ganz einfach: In Linz haben im vergangenen Jahr einige sehr vernünftige Menschen eine begrüßenswerte Kampagne gegründet. Unter dem Motto “Beschallungsfrei – Die Kampagne gegen Zwangsbeschallung” setzen sich Personen aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen für ein Ende der Dauerberieselung ein.
Laut einer Pressemitteilung zum Kampagnenstart im Oktober 2008 wollen die Initatoren die “musikalische Dauerberieselung von der Wurstabteilung bis zum Klo” stoppen. Zu diesem Zweck haben sie eine “Linzer Charta zur Stadtentwicklung in akustischem Sinne” in den Planungsausschuss des Linzer Stadtparlaments eingebracht.
Ihre wichtigsten Forderungen:
- Schluss mit dem Missbrauch unserer Ohren!
- Schutz aller Kinder vor akustischer Reizüberflutung!
- Öffentlich zugängliche Ruhezonen!
Vor allem Felix Hinterwirth von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) sprach mir bei der Pressekonferenz aus der Seele: “Vor allem im Advent, wenn sich das musikalische Repertoire auf einige wenige unablässig wiederholte Weihnachtslieder verengt, wird Musik in Handelsbetrieben zur schweren psychischen Belastung”.
Er kenne Verkäuferinnen, so Hinterwirth, die am Weihnachtsabend wegen des musikalischen Overkills nicht mehr in der Lage seien, “Stille Nacht, heilige Nacht” zu singen.
Also, schließen auch Sie sich der sehr lobenswerten Kampagne unserer österreichischen Freunde an. Ich leiste jetzt auch meinen Beitrag und stoppe hiermit meine ganz persönliche Zwangsbeschallung.
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Steffen Zimmermann
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erstellt am 10. Dezember 2009 von Jens Wiesner
Es ist schon eine gefühlte Ewigkeit her (gut, es war 2005), da begab sich meiner einer auf seine erste große Auslandstour, ein Jahr Studienaufenthalt im katalanischen Tarragona. Zugegeben, studiert habe ich dort jetzt nicht so intensiv, aber eine ganze Menge gelernt fürs Leben, z.B. dass Katalonien auf GAR KEINEN Fall einfach so mit Spanien gleichzusetzen sei, dass man zwischen Univorlesungen gern mal Dart und Kicker spielt und dabei dionysischen Freuden frönt… und dass katalanische Weihnachtstraditionen einfach anders sind.
Die katalanische Krippe zum Beispiel. Dort, wo das Jesukind friedlich in der Krippe schlummert, von Ochs und Eselein eingerahmt und noch nichts von seiner bedeutungsschwangeren Rolle für die kommende Weltgeschichte ahnend, ja dort hat sich eine ganz besondere Krippenfigur eingeschlichen, die … nun, es gibt keinen Weg, es hübsch auszudrücken… die schamlos mit heruntergelassenen Hosen in Hockstellung dasitzt, einen kleinen braunen Kringel unter dem nackten Popöchen.
Igittigitt, sagen Sie jetzt? Pfui Deibel, wie pietätlos? Für den Durchschnittsdeutschen vielleicht, aber in Katalonien gehört das Figürchen längst zum unverzichtbaren Krippenaccessoir. Einen “Caganer”, so heißt das kleine Scheißerchen nämlich, auf der Krippe zu haben, ist “stinknormal” (wenn Sie mir diesen kleinen Wortwitz erlauben wollen). Traditionell trägt der Bursche klassische katalanische Bauerntracht. Doch längst haben sich findige Verkäufer gefunden, die den Caganer in allen möglichen Varianten anbieten. Am beliebtesten sind jedoch Figuren, die berühmten Persönlichkeiten nachgebildet wurden. Und dabei ist den Katalanen wirklich kein Name zu heilig: Die spanische Königsfamilie, Fußballhelden, Barack Obama, ja – selbst der Papst: Sie alle können sich über ihr ganz persönliches Caganer-Pendent “freuen”.
Angeblich, so lautet eine der zahlreichen Erklärungen für die Existenz des fäkalfreudigen Burschen, sei einem Hirten, die Aufregung um die Geburt des Heilands ein wenig auf den Darm geschlagen. Andere haben den kleinen Scheißer sogar zu symbolischen Ehren erhoben: Als Sinnbild für eine nährstoffreich gedüngte Erde solle er Glück für eine reiche Ernte bringen. Eines ist klar: Katalanischen Kindern bereitet es jedes Mal aufs Neue große Freude, den irgendwo in der der Krippenlandschaft versteckten Kerl zu suchen. Aber wenn sie den Caganer dann hinter einem Busch oder einem Baum ertappt (und ein wenig gekichert) haben, lassen sie ihn doch sein Geschäft in Ruhe verrichten – denn soviel Anstand muss sein.
Wem dieser Text jetzt noch nicht auf den Magen geschlagen ist, der darf sich schon über einen meiner nächsten Einträge freuen. Dann berichte ich nämlich über den katalanischen Geschenkebringer zu Weihnachten. Und mit einem klassischen Sankt Nikolaus, dem Christkind oder gar dem Weihnachtsmann hat “Tio de Nadal” wahrlich nicht mehr viel gemein.
PS: Hier die neuesten Caganer-Modelle für 2009 als YouTube-Video
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Jens Wiesner
Tags: caganer, Katalonien, Krippe, Krippenfigur, Spanien, Tradition
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erstellt am 09. Dezember 2009 von Birgit Leikam
Fest der Liebe. Dieses Synonym für Weihnachten hat wohl jeder schon mal gehört. Passt ja auch ganz gut zur friedlichen Adventsstimmung mit Kerzen, Tee und den putzigen Engeln überall. Eine Freundin, die in einem katholischen Kindergarten arbeitet, sieht das anders, wie sie mir neulich erzählte.
Natürlich habe sich nichts dagegen, dass die Weihnachtszeit als Zeit gelte, die besonders für Familie, Freunde und Bekannte reserviert sei. Und natürlich begrüße sie auch, dass dann die Nächstenliebe in Gestalt von zahlreichen Spendengalas, Adventsmärkte für Kinder in der Dritten Welt und Weihnachtsfeiern für Obdachlose wieder mehr ins öffentliche Bewusstsein rücke.
Doch wenn Leute statt von Weihnachten stets vom “Fest der Liebe” redeten, dann, so ihre Argumentation, wüsste bald niemand mehr, wer und was und warum überhaupt Ende Dezember gefeiert würde. Dann müsse man sich nicht wundern, dass das weihnachtliche Fest der Liebe ein ebensolcher Kommerz-Kitsch werde wie der Valentinstag.
Bestätigt fühlt sie sich dabei von Umfragen wie der des Forsa-Instituts aus dem Jahr 2006. Das damalige Ergebnis: Jeder 10. Deutsche hat keine Ahnung vom Ursprung des Weihnachtsfestes. Bei den Sechs- bis Zwölfjährigen ist es sogar noch schlimmer, ermittelte das Kinderforschungsinstitut Iconkids: Mehr als jedes dritte befragte Kind gab für das Weihnachtsfest Gründe wie “weil Winter ist”, “weil der Weihnachtsmann gestorben ist” oder “weil wir Ferien haben” an.
Genau diese Menschen, klein wie groß, hat meine Freundin mit ihrer rigiden Sprachregelung im Blick. Meinen Einwand, dass es ein großer Liebesbeweis Gottes war, uns seinen Sohn zu schicken, ließ sie anstandslos gelten. Überhaupt, so sagte sie, freue sie sich ja, dass die Menschen an Weihnachten besonders liebevoll miteinander umgingen, wenn sie nur wissen, warum sie es tun. Eben, weil Gott uns seinen Sohn gesandt hat.
Was meinen Sie? Ist der Geist der Weihnacht vom Aussterben bedroht?
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Birgit Leikam
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erstellt am 07. Dezember 2009 von Janina Mogendorf
Mmhhhh – Schokoäpfel, Weihnachtslieder, Maronenduft… Hab ich mich eigentlich schon als Weihnachtsmarktfan geoutet? Eigentlich könnte ich jeden Tag drübergehen vom 23. November bis – von mir aus – Mitte Januar. Da im Rheinland ja nur ganz selten Schnee fällt, hole ich mir auf den Märkten meine Dosis Winterromantik und Adventsstimmung ab.
Ich bin auch jedes Jahr enttäuscht, wenn die Stände schon am 23. Dezember wieder abgebaut werden, denn eigentlich würde ich gerade an Weihnachten oder zwischen den Jahren noch mal gerne die Atmosphäre genießen. Das geht zum Beispiel in Berlin, wo einige Märkte bis zum Ende des Jahres geöffnet sind. Andererseits wollen ja Weihnachtsmarktverkäufer auch mal Feierabend haben und, wenn schon der Sonntagsschutz für sie nicht gilt, wenigstens die Feiertage genießen…
Wie dem auch sei, meine Freundin Caro kann mein Weihnachtsmarktfaible gar nicht verstehen. Sie findet die Lebkuchenherzen überteuert, die Weihnachtsschlager vom Kinderkarussell unerträglich und die Büromenschen mit ihren gelockerten Krawatten, den Weihnachts-Mützen und dem fünften Glühwein in der Hand einfach nur peinlich.
Jahr für Jahr stünden außerdem die gleichen Hütten mit dem ewig gleichen Angebot an der gleichen Stelle, verstopften holländische und britische Touristen die ohnehin schon engen Gassen. Was das noch mit Weihnachtsstimmung zu tun hätte, da könne man ja gleich auf den Rummel gehen… und so weiter und so fort.
Ich mag Caro und meistens hat sie auch Recht, mit dem was sie sagt, aber meine Weihnachtsmarktbegeisterung kann mir keiner nehmen. Wenn ich am Freitagabend wieder auf den Markt am Bonner Münster gehe, werde ich wie im letzten Jahr und im Jahr davor ein Fladenbrot aus dem Holzofen essen, begeistert am Stand für Nostalgiespielzeug stehen und mich zwei Buden weiter am warmen Schein der papiernen Leuchtsterne freuen.
Ich werde in tiefen Zügen den Duft gebrannter Mandeln und Kräuterbonbons einatmen, den es so nur auf dem Weihnachtsmarkt gibt. Und wenn mir die Massen zu viel werden, setze ich mich eine Weile ins Bonner Münster, genieße die Ruhe und das Kerzenlicht und freue mich auf Weihnachten.
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Janina Mogendorf
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